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Gedanken

ReWi-Consulting hat Ausschnitte aus verschiedenen Interviews zusammengestellt:

Wie sind Sie zu ihrem Beruf gekommen?

Ich habe schon während meiner Jugend mitbekommen, dass einige der heilen Familien in meiner Umgebung auf dem Dorf gar nicht so heil waren. Da gab es Alkoholexzesse, in deren Verlauf Kinder geschlagen und/oder sexuell missbraucht wurden. Da gab es eine "Prominentengang", die sich alles erlauben durfte, weil niemand den Mut hatte, sich deren Treiben in den Weg zu stellen. Einer dieser Männer missbrauchte seine Töchter mit Wissen der Mutter. Die Jüngere nahm sich das Leben und auch die Mutter erhängte sich. Ein Nachbarsmädchen kam zu Tode und das wurde als Unfall dargestellt. Kurze Zeit später hatte er wieder eine Freundin, die zwei kleine Enkelinnen hatte. Auch diese wurden missbraucht. Erst jetzt wurde ihm der Prozess gemacht und er bekam eine lächerliche Bewährungsstrafe. Plötzlich war er der Buhmann des Dorfes und wurde z. B. aus den Vereinen ausgeschlossen. Man hatte einen Sündenbock und konnte seine Hände in Unschuld waschen, obwohl auch dort jedes dritte Mädchen sexuell missbraucht wurde.
Es gab einen Sportlehrer, der gern junge Mädchen anfasste. Und weil der ja ein so toller Mann war, schickte jede Mutter, die etwas auf sich hielt, ihre Tochter zu ihm, obwohl seine Veranlagung allen im Dorf bekannt war. Ein Pastor begrabbelte Mädchen auf Ausflügen und niemand traute sich, das zu unterbinden oder anzuprangern.
Ich bin schon damals häufig angeeckt, weil ich das ausgesprochen habe, was sich keiner getraut hat auszusprechen.
Als ich dann Arbeit in einer norddeutschen Großstadt fand, hatte ich zum ersten Mal wissentlich Kontakt zu Homo- und Transsexuellen. Mit Sicherheit gab es auch in meinem Heimatdorf solche Leute, aber die mussten sich verstellen oder zogen weg. Schwule und Lesben wurden verbal verunglimpft, also als abnormal oder geistig minderbemittelt hingestellt.
In der Stadt war das nicht ganz so streng. Im Laufe der Jahre stellte ich dann mit Erschrecken fest, dass sexueller Kindesmissbrauch und Homo- und Transsexualität an jeder Straßenecke zu finden sind und dass die Opfer und Betroffenen immer noch in hohem Maße diskriminiert wurden. Dagegen wollte ich etwas unternehmen und diesen Leuten helfen.

Und wie sind sie dann auf die Idee gekommen durch die Welt zu reisen?

Ich habe mit sehr vielen Opfern und Betroffenen gesprochen und fast alle erzählten mir, dass sie selbst in der psychologischen Betreuung nicht ernst genommen wurden. Selbst wenn ein Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch seinen eigenen Missbrauch selbst ansprach, wurde oft abgewiegelt. Das wären aber schwere Anschuldigungen gegen die Eltern. Könnte es nicht eher sein, dass das Opfer zu wenig Liebe in der Kindheit erhalten oder dass es immer wieder Streit mit den Geschwistern gegeben hätte.
Außerdem hatte ich viel über alternative Heilkunst gehört und gelesen und war einfach neugierig darauf. Ich erkundigte mich zuerst in Deutschland und Europa, merkte aber schnell, dass von den ursprünglichen exotischen Heilmethoden nicht mehr viel übrig geblieben war. Hier ging es überwiegend nicht mehr um Heilung, sondern nur noch darum, möglichst viel Geld zu verdienen.
Eines Tages bekam ich den Tipp, dass sich in einer Großstadt im Ruhrgebiet ein indischer Weiser aufhalten würde. So fuhr ich zu ihm und wir unterhielten uns eine ganze Weile. Er lud mich nach Indien ein und so begann meine Reiserei.

Was ist in Asien oder Afrika anders als hier bei uns?

Natürlich gibt es auch dort viele Missstände. Große Teile der Bevölkerung sind Analphabeten und bettelarm. Ich habe dort Dinge gesehen, die ich hier gar nicht beschreiben möchte. Allerdings gibt es in vielen Regionen noch richtiges Naturwissen. In Europa ist viel Wissen durch die Inquisition verloren gegangen. Weise Frauen wurden als Hexen verbrannt. Diese Inquisition gab es dort nicht und so konnte viel Wissen erhalten bleiben.

Und was hat das mit dem Palmblatt aus sich?

Das Palmblatt ist eine Art Auszeichnung, so etwa wie ein Diplom in Deutschland. Auf solchen Palmblättern wurde früher das Wissen festgehalten und sie sind so haltbar, dass es sie heute noch gibt. Meines ist etwa 800 Jahre alt.
An mehreren Stellen in Indien gibt es noch Palmblattbibliotheken mit vielen tausend Palmblättern und es gibt dort noch Menschen, die diese Palmblätter lesen können und so wird das Wissen weitergegeben und gerät nicht in Vergessenheit.

Und so sind Sie zum Ayur Veda gekommen?

Ja. Ayur Veda heißt übersetzt in etwa "das Wissen vom langen, gesunden und glücklichen Leben". Jedem steht es frei, sich darüber zu informieren. Man sollte nur ohne Vorurteile dorthin fahren, weil man sich sonst viel kaputt macht. Die dortigen weisen Frauen sind ohne weiteres bereit, ihr Wissen auch an Europäer weiterzugeben. Sie mögen es allerdings nicht, wenn man überheblich auftritt. Ich habe einige Europäer erlebt, die nur hingefahren sind, um zu Haus damit angeben zu können. Man muss einfach offen sein für alles Neue. Dann hat man eine reelle Chance, das Ayur Veda zumindest im Ansatz zu verstehen.

Was würden Sie hier bei uns ändern?

Ich würde viel mehr über die Missstände aufklären, die bei uns herrschen. Die Diskriminierung der Homo- und Transsexuellen und der sexuelle Kindesmissbrauch müssen aufhören. Jeder muss die Möglichkeit haben, in einem freiheitlich-demokratischen Land so zu leben, wie er gern möchte. Gerade beim sexuellen Kindesmissbrauch würde ich mir mehr Unterstützung von Polizei und Justiz wünschen. Ich meine, da wird an der falschen Stelle gespart.
Ich würde die Grenzen für Ausländer weiter öffnen. Allerdings würde ich den Zuzug an Bedingungen knüpfen. Unsere Sprache sollte in Wort und Schrift einigermaßen beherrscht werden. Unsere Gesetze müssen bekannt sein und anerkannt werden. Die Diskriminierung der Frau muss unter Strafe gestellt werden. Zwangsehe oder Nichtteilnahme der Zuzugskinder an bestimmten Unterrichtsfächern sollte nicht nur verboten, sondern das Verbot müsste auch durchgesetzt werden.
Außerdem würde ich im Asylrecht festschreiben, dass eine drohende Beschneidung oder Verstümmelung der Frauen, wie etwa in einigen Staaten Afrikas üblich, ein sofortiges Bleiberecht auslöst.
Frauen sollten sich viel mehr in der Politik engagieren und ihre eigenen Interessen vertreten. Wir leben immer noch in einer überwiegend von Männern kontrollierten Welt und so werden Themen die speziell Frauen betreffen oft stiefmütterlich behandelt. Die Gleichberichtigung der Frau ist zwar im Gesetz festgeschrieben, aber leider immer noch nicht überall umgesetzt.

Sollte auch in der Schule etwas verändert werden?

Natürlich, und dass nicht nur in der Schule. Erziehung fängt im Elternhaus an. Wie oft habe ich von Lehrern gehört, dass Eltern gar kein Interesse an ihren Kindern haben. Statt Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit gibt es einen Fernseher, einen Computer und Geld. Kinder testen, wie weit sie gehen können. Sie brauchen Grenzen, an denen sie sich orientieren können, lernen können, reifen können. Gibt es diese Grenzen nicht, ist auch das Interesse am Lernen nicht sehr groß. Das Klettern auf Bäume und auch mal die Schimpfe zu Haus haben uns Älteren nicht geschadet. Ich halte nichts von Prügelexzessen, aber Grenzen müssen sein.
Außerdem sollte man die Schuluniform einführen. So würde man die gesellschaftlichen Unterschiede nicht so stark in den Fordergrund stellen. Es gäbe weniger Neid und die daraus resultierende Kriminalität an den Schulen.
Auch Lehrer müssten wieder mehr Rechte gegenüber den Schülern bekommen. Heute hat doch kaum noch ein Lehrer die Chance durchzugreifen. Eine Lehrerin erzählte mir einmal, dass sie nur etwa zehn Minuten Unterricht pro Schulstunde machen könne, da sie die restliche Zeit dafür verbrauchen müsste, um für Ruhe zu sorgen. Das kann doch nicht gut gehen. Der Wissensstand ist oft dermaßen desolat, dass einem Angst und Bange werden kann, wenn man an die Zukunft unseres Landes denkt.
Wie die Statistiken beweisen, fällt Deutschland, was Wissen und Wirtschaft angeht, immer mehr zurück. Woher kommt das? Ich denke, dass wir langsam aber sicher von einigen Ländern der dritten Welt überholt werden, weil die Kinder dort noch hungrig sind, weil dort die Eltern noch Interesse am Fortkommen ihrer Kinder haben. Sie sehen das am Beispiel Indien. Das Land hat uns in vielen Belangen wie z. B. der Computer- und Softwaretechnik schon überholt.
Im Religionsunterricht sollte auch wirklich über Religionen gesprochen werden, um im Vorfeld schon den Fanatismus auszumerzen. Ist es nicht völlig egal, ob man das höhere Wesen, an das viele glauben, nun Gott, God, Allah oder Shiva nennt? Auch heute noch werden viele Religionen nur dazu benutzt, Frauen zu unterdrücken oder um eine Rechtfertigung für einen Krieg zu haben. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es einen Gott gibt, der Menschen das Paradies verspricht, wenn sie andere in die Luft sprengen, "Hexen" verbrennen oder Kreuzzüge veranstalten und Millionen von Menschen für ihre eigentlichen Ziele, also die Macht, den Ruhm oder das Geld grausam hinschlachten.

Wie kompensieren Sie persönlich, das was Sie jeden Tag hören und sehen?

An allererster Stelle habe ich die beste Ehefrau von allen. Sie ist selbst Schmerztherapeutin mit Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Naturheilkunde und energetische Schmerztherapie e.V. und hat in den Jahren, in denen wir zusammen sind, natürlich viel mitbekommen. Sie begleitet mich so oft es ihre Zeit zulässt und das ist eine große Hilfe. Wir haben keine Geheimnisse voreinander und können über alles reden.
Außerdem macht mir mein Sohn Benny sehr viel Freude. Er ist jetzt erwachsen und wird seinen Weg gehen.
Dann habe ich ein paar echte Freunde, die auch mit "meinen" Schwerpunktthemen zutun haben. Auch die unterstützen mich, so oft es geht. Ab und zu unternehmen wir etwas gemeinsam und so kann ich mich zwischendurch entspannen und meine Batterien aufladen.

Haben Sie nicht auch Lustiges geschrieben?

Ja, auch. Ich habe schon während meiner Schulzeit Gedichte geschrieben. Wenn eine Klassenfeier anstand, habe ich ein paar Klassenkameraden durch den Kakao gezogen, ohne allerdings böse dabei zu sein. Auch andere Begebenheiten habe ich mir auf diese Weise von der Seele geschrieben und eines Tages meinten ein paar Freunde, ich solle doch daraus mal ein Buch machen.
Zuerst wollte ich gar nicht. Wer interessiert sich schon für meine Gedichte, dachte ich. Dann tat ich es aber doch und so kommt es ab und zu vor, dass ich z. B. vor dem Kamin sitze und meine Gedichte vorlese.

Ihre "Gedicht-Geschichten" wurden ausgezeichnet?

Ja, auf der Buchmesse Leipzig 2003 mit dem Preis "Gedichtband des Jahres 2002". Da war ich wirklich überrascht. Sogar Mario Adorf hat einen Gedichtband von mir.

Und was ist mit ihrer Musik?

Das musste ja noch kommen! Bei uns zu Haus wurde früher ab und zu musiziert. Meine Eltern spielten beide Akkordeon und sangen im Dorfchor mit. So bin ich da rein gewachsen. Später brachte ich mir selbst das Spielen einiger Instrumente bei. In den frühen achtziger Jahren wollte ich auf der Schiene mal hoch hinaus, war auch einmal in der Hitparade eines lokalen Rundfunksenders, aber das wurde mir dann zuviel. Ich musste mich zwischen dem was ich jetzt mache und dem Showgeschäft entscheiden. Und meine Entscheidung kennen Sie ja. Beides wäre nicht gegangen und da ich nun einmal von Natur aus Therapeut bin, habe ich die Musik weiterhin als mein Hobby behalten.

Aber, gibt es nicht auch CDs von Ihnen?

Doch, doch. Mittlerweile gibt es CDs von mir und meiner Ehefrau Anusha Pee, einer wirklich begnadeten Gitarristin.

Und welches ist ihr Lieblingslied?

Ach, eigentlich mag ich viele Lieder gern. Am liebsten mag ich Balladen mit wirklichen Aussagen im Text. Liebe und Hiebe sind nicht so meins. Am liebsten singe ich die deutsche Fassung von "My Way" oder einige wirklich gute Lieder von Udo Jürgens.

Haben Sie auch selbst komponiert und getextet?

Ja, leider fehlt mir die Zeit. Dann fällt mir etwas ein, doch ehe ich zum Aufschreiben komme, habe ich es wieder vergessen. "Wir leben alle gemeinsam auf dieser Erde" habe ich vor ein paar Jahren mal für die Vorentscheidung für die EXPO 2000 in Hannover geschrieben und getextet. Da wurde ein EXPO-Song gesucht. Leider konnte ich gegen die dort vertretenen bekannten Interpreten nicht viele Punkte sammeln. Aber, wie heißt es doch so schön? Dabei sein ist alles.

Wie ist "Ein fast zerbrochenes Herz" entstanden?

Immer wieder kamen Menschen auf mich zu, die wissen wollten, wie es mir selbst ergangen ist. Ich erzählte von meinen Höhen und Tiefen, von meinen Fehlern und meinen Erkenntnissen und machte schließlich ein Buch daraus. Ich hätte nie gedacht, dass mein eigenes Leben für andere Menschen so interessant sein könnte. Es ist heute eines meiner meistverkauften Bücher und dieser Erfolg erstaunt mich jeden Tag aufs Neue.

Wieso haben Sie gerade Transsexualität, Homosexualität und das Borderline-Syndrom zu ihren Schwerpunkten erklärt?

Diese drei Themengebiete werden in unserer Gesellschaft immer noch leider lieber nicht angesprochen. Dabei ist ein großer Teil der Bevölkerung davon betroffen. Nach neusten Berechnungen ist im Durchschnitt jeder 375. Mensch eine Transsexuell. Das ergibt allein in Deutschland mindestens 246 000 TS. Nach den neusten Studien z. B. von Kinsey haben über 50% der Frauen homoerotische Phantasien. Selbst wenn nicht all diese Frauen wirklich total lesbisch sind, halten sich doch mehrere Millionen Lesben in Deutschland auf. Im Schnitt werden jedes dritte Mädchen und jeder fünfte Junge sexuell missbraucht. Wenn wir also von 42 Mio. Frauen und 40 Mio. Männern ausgehen, kommen wir auf eine Betroffenenzahl von 14 Mio. Frauen und Mädchen und 8 Mio. Männern und Jungen, also insgesamt auf die unglaubliche Zahl von 22 Mio. Opfern. Das heißt, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern das am weitesten verbreitete Verbrechen ist.

Wieso hört man kaum von diesen Dingen?

Weil die Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch keine Lobby haben. Genau wie TS und Lesben schämen sie sich vor der Gesellschaft. Wir leben nun einmal in einer Männergesellschaft und da Männer gut 99% der Täter ausmachen, ist es doch ganz klar, dass man versucht, diese Missstände herunterzuspielen. Lesben werden immer noch als Frauen angesehen, die von Männern enttäuscht wurden oder noch nicht den richtigen Mann fürs Leben gefunden haben. TS werden von vielen Männern als Nestbeschmutzer betrachtet. Wie kann sich ein Mann in eine Frau "umoperieren" lassen? Er sollte doch froh sein, dass er dem starken Geschlecht angehört und nicht einfach so überlaufen. TS werden von Männern häufig als weibisch, also als "Weicheier" angesehen, als Schwule oder Tunten bezeichnet oder mit Transvestiten verwechselt, also Männern, die gern Frauenkleider tragen, aber keine Ambitionen verspüren, wirklich eine Frau zu sein. Weder das eine noch das andere trifft zu.

Wie kommen TS und Lesben zu ihren Neigungen?

Es ist seit langem bekannt, dass Homo- und Transsexualität angeboren sind. Alle meine TS-Klienten berichteten mir, dass sie schon als kleine Kinder wussten, dass sie im falschen Körper stecken, aber sehr schnell bemerkten, dass sie mit einem Leben im gefühlten Geschlecht in der Familie keinen hohen Stellenwert haben. Schon kleine Kinder bekommen mit, dass es besser ist, sich dem äußerlichen Geschlecht anzupassen, um nicht abgelehnt zu werden. Ähnlich verhält es sich mit Lesben. Sie sind eben wie sie sind und alle Betroffenen die dagegen angehen, also ihr Lesbischsein nicht ausleben, haben irgendwann psychische Probleme.

Was haben Lesben und TS nun mit Borderlinern zu tun?

Auf den ersten Blick haben die wohl nichts miteinander zu tun, auf den zweiten Blick schon. Sexueller Kindesmissbrauch führt oft zur Borderline-Störung. Schlafstörungen, Selbstmordgedanken, Albträume, Selbstverletzungen oder Gefühlsschwankungen kommen häufig vor. Den vollen Umfang kann man sich von der Homepage des gemeinnützigen Vereins www.transborderles.de herunterladen. Diese Störungen kommen genauso bei Homo- und Transsexuellen vor. Obendrein kommt es nicht selten zu Überschneidungen. Wird ein lesbisches Mädchen z. B. von einem Mann missbraucht, wird der Übergriff als noch intensiver erlebt, als wenn ein heterosexuelles Mädchen von einem Mann missbraucht wird. Die absolute Steigerung ist dann gegeben, wenn ein Mann ein Kind im Jungenkörper missbraucht, das eigentlich wie ein Mädchen fühlt und dann auch noch lesbisch ist. Dieser Übergriff hat mit Sicherheit Folgen für das Opfer. Sie sehen, so weit liegen diese Themen gar nicht auseinander.

Wie kann man diesen Menschen helfen?

Die Borderliner müssen einen Therapeuten finden, der ihnen glaubt, der nicht im Vorfeld abwiegelt, weil er selbst nicht mit diesem Thema klar kommt, weil er selbst Opfer gewesen ist, weil es in seiner Familie ähnliche Fälle gegeben hat und diese nicht aufgearbeitet wurden.
Ein Therapeut muss helfen wollen und nicht nur die Therapiestunden absitzen und abrechnen. Das Opfer muss ein starkes Vertrauensverhältnis zum Therapeuten aufbauen und natürlich auch eine positive Entwicklung wollen. Wer Opfer bleiben will und nur zur Therapie geht, um ein Alibi zu haben, wird den Sprung in ein glückliches Leben ohne Symptome nicht schaffen.
TS und Lesben müssen ihre angeborene Neigung schnellstens ausleben. Der Therapeut kann diese Menschen nicht kurieren, auch wenn das immer noch ab und zu versucht wird. Er sollte ihnen viel mehr dabei helfen, ein starkes Selbstbewusstsein aufzubauen, damit ein glückliches Leben in der Gesellschaft möglich wird. TS und Lesben sind nicht krank. Sie werden nur von der Gesellschaft krank gemacht. Leider wird in dieser Richtung noch viel zu wenig Aufklärungsarbeit geleistet. Ich meine, das sollte schon in den Schulen beginnen, damit Schimpfworte wie "du schwuler Penner" oder du "linke Lesbe" eines Tages der Vergangenheit angehören. Der vielfach gebrauchte Ausdruck "du schwule Sau" ist eigentlich ein Widerspruch in sich selbst, da eine Sau niemals schwul, sondern höchstens lesbisch sein kann.
Ich habe immer wieder versucht, Prominente dafür einzuspannen. Leider fiel die Resonanz äußerst zurückhaltend aus. Viele haben Angst um ihren Ruf. Sind die Schwulen in den Medien schon fast etabliert, so ist das bei Lesben oder TS noch kaum der Fall.

Gibt es auch Betroffene, die eine Therapie ablehnen oder abbrechen?

Natürlich gibt es Betroffene, die eine Therapie erst gar nicht anfangen oder abbrechen. Diese Zahl ist sogar sehr hoch, weil eine dicke Mauer des Unverständnisses und der Angst dem Entwicklungsweg entgegensteht. Vielen Opfern wurde eingeredet, sie seien selbst Schuld an den Übergriffen. "Wärest du ein Junge geworden, hätte ich dich nicht angefasst" oder "stell dich nicht so an! Ich musste das als Kind auch mitmachen. So schlimm ist das auch wieder nicht. Die Männer sind nun mal so" oder "warum musst du mir auch immer mit deinem schönen Hintern vor der Nase rumwackeln?" Ein Kind ist niemals Schuld an den Übergriffen. Es wird nur gern so dargestellt. Jeder Täter braucht eben seine Rechtfertigung.
Die Betroffenen werden natürlich massiv unter Druck gesetzt. Welcher Täter möchte schon gern auf der Anklagebank landen. Welche Mutter einer TS oder Lesbe möchte schon gern im eigenen Dorf schräg angesehen werden? Die Beeinflussung geht von Drohungen (du wirst enterbt) bis zur Körperverletzung, von Bestechung (hier hast du tausend Euro) bis zum Kauf (ich schenke dir ein neues Haus). Gewalttaten sollten sofort angezeigt werden. In fast allen Fällen ist es besser, einen Anwalt zu Rate zu ziehen, um jemanden im Rücken zu haben, der für das Opfer einsteht. Bei Bestechungen oder Käufen kann ich nur raten, alles vorher mit einem Anwalt zu besprechen. Wenn nichts dagegen spricht, soll das Opfer ruhig das Haus erben. Wenn es die Zeit zulässt, kann man hinterher trotzdem noch eine Anzeige machen, denn meistens ist nach einer Anzeige das Erbe dahin.
Diese Dinge passieren natürlich nicht nur im Vorfeld, sondern auch noch während einer Therapie, wenn es den Tätern oder Angehörigen zu heiß wird. Um bei Gewalttaten oder Nötigung noch mehr für die Opfer tun zu können, sollten auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste unbedingt mit dieser Thematik bekannt gemacht werden. Da gibt es nach meiner Erfahrung noch sehr viele Defizite und die Opfer bekommen keine Hilfe, sondern eher Ablehnung oder Unverständnis zu spüren.

Gibt es denn auch Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch, die aus sich heraus die Therapie ausschlagen oder abbrechen?

Natürlich gibt es die. An einem Beispiel möchte ich das einmal deutlich machen:
Ein Mädchen wird in eine Familie hinein geboren, in der sexueller Kindesmissbrauch über Generationen hinweg an der Tagesordnung ist. Das Mädchen wird schon als Säugling missbraucht. Alle in der Familie finden das normal und niemand schreitet ein. Wehrt sich das Mädchen, hält die Mutter das Kind sogar fest oder ist selbst aktiv dabei. Ich habe Geschichten von betroffenen Frauen gehört, die unglaublich klingen, aber absolut der Wahrheit entsprechen. Dieses Mädchen hat also nie etwas anderes erlebt. Für dieses Mädchen sind die Übergriffe normal und sehr schnell bekommt es mit, dass es nur Aufmerksamkeit, Geschenke oder "Liebe" erhält, wenn es seinen Körper zur Verfügung stellt. Man macht ihm weis, dass das auch in anderen Familien tagtäglich passiert, aber niemand darüber spricht.
So kommt es natürlich vor, dass sich das Mädchen dem Täter ab und zu absichtlich anbietet, um irgendetwas zu erreichen. Damit sind aber die Täter nicht entlastet, selbst wenn sie hinterher anführen, das Mädchen hätte sich ja angeboten. Dieses Sich-selbst-Anbieten entspringt ja nicht dem eigentlichen Naturell des Mädchens. Es ist in diese Richtung konditioniert worden.
Solche Eltern achten häufig darauf, dass das Mädchen auch den entsprechenden Umgang pflegt, also mit Freundinnen spielt, die aus ähnlichen Verhältnissen stammen. So kommt es vor, dass sich das Mädchen auch dem Vater oder der Mutter der Freundin anbietet, ohne sich etwas dabei zu denken. So können ganze Zirkel von Pädophilen entstehen. Manchmal - wie mir von einem Fall im Münsterland bekannt wurde - ist sogar der Lehrer involviert und das Ganze erreicht ungeahnte Ausmaße, die über die reine Sexualität hinaus reichen.
Diese Opfer sind oft gar nicht zu therapieren, weil sie den Grund nicht einsehen. Sie haben ja wahre Liebe oder Zuneigung nie kennen gelernt. Auch Mädchen oder Frauen, die an einem Prinzessinnen-Syndrom leiden, sind selten therapiewillig. Diese Menschen leiden zwar oft unter den Symptomen des Bordeline-Syndroms, gehen aber trotzdem gegen jeden vor, der ihnen "ihren" Täter madig machen will. Ich habe einige dieser Prinzessinnen kennen gelernt und die haben sich die unmöglichsten Geschichten einfallen lassen, um die Wahrheit in ihrem Sinne zu verdrehen. Angriffe gegen mich sind dabei nicht ausgeblieben. Die Wut der Opfer auf das erlebte Unglück sucht sich ein Ventil und so kommt es natürlich vor, dass der Ehepartner, Freund oder Berater "dran glauben muss".

Was ist ein Prinzessinnen-Syndrom?

In einem Haushalt leben zum Beispiel drei Mädchen. Die Älteste wird zuerst vom Vater missbraucht, danach die Mittlere und zum Schluss die Jüngste, da irgendwann die ganz normale hormonelle Verseuchung der Mädchen einsetzt. Mit hormoneller Verseuchung bezeichnen viele Täter die Pubertät. Das Mädchen wird zur Frau und ist nicht mehr interessant. Kommt also die Älteste in die Pubertät, wird sie aufs "Abstellgleis" geschoben. Manche leiden extrem unter diesem "Liebesentzug". Auch der Mittleren passiert das irgendwann. Nun bekommt die Jüngste schnell mit, dass sie eine Sonderstellung einnimmt, also praktisch zur Prinzessin im Haus wird. Sie kostet den Neid der älteren Schwestern und die Aufmerksamkeit des Täters voll aus. Selbst dann, wenn es selbst zu alt wird, fühlt es sich immer noch als auserwählt und tut alles, um die Aufmerksamkeit des Täters auch weiterhin auf sich zu ziehen. Selbst Frauen von Mitte vierzig können noch am Täter hängen und sehen oft die kriminellen Handlungen nicht als solche an.

Gibt es denn noch andere Extreme in Bezug auf sexuellen Kindesmissbrauch?

Da gibt es eine ganze Menge. Viele Borderlinerinnen sind feige und ihr Leben wird von extremen Minderwertigkeitsgefühlen geprägt. Da sie so gestört sind, dass sie es nicht schaffen, eine eigene Karriere aufzubauen, müssen das stellvertretend ihre Kinder tun. Da werden Mädchen und Jungen derart überfordert, dass ein psychisches Problem vorprogrammiert ist. Überall muss das Kind glänzen, ob in der Schule, beim Sport oder Klavierunterricht. Die Borderlinerin versucht sich ein Umfeld zu schaffen, dass ihrer Störung entspricht. Alles muss genau stimmen und jede noch so kleine Abweichung wird mit größtem Misstrauen zur Kenntnis genommen. Fast immer wird das Kind unter starken Druck gesetzt, um die Vorstellungen der Mutter durchzusetzen. Das Kind wird geschlagen oder extremem Psychoterror ausgesetzt. In einigen Fällen kommt es dann zum Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Um vor aller Welt ihre Liebe zum Kind zu demonstrieren, wird es von Arzt zu Arzt geschleppt, obwohl es nicht krank ist. Da diese Frauen sehr aufdringlich sein können, spielen viele Ärzte das Spiel mit, um Ruhe zu haben. Von harmlosen Medikamenten bis zur OP reicht die Palette. Reicht das nicht aus oder wird kein Arzt gefunden, der die nicht vorhandene Krankheit des Kindes behandeln will, wird manchmal zu rabiateren Mitteln gegriffen. Es ist schon vorgekommen, dass Mütter ihre eigenen Kinder verletzt, also ihnen z. B. eine Wunde oder gar einen Knochenbruch zugefügt haben, um endlich bei einem Arzt Gehör zu finden.

Wenn es so viele Opfer gibt, müsste es doch auch Betroffene geben, die wir alle kennen oder?

Natürlich. Viele Borderliner leiden unter extremen Minderwertigkeitsgefühlen. Sie suchen Anerkennung und das teilweise um jeden Preis. So ist es klar, dass auch in der Showbranche oder der Politik einige davon versammelt sind.  Die eigene eingebildete Minderwertigkeit wird häufig durch ein übersteigertes Selbstwertgefühl, also maßlose Überschätzung, kompensiert. Auch wird versucht Aufmerksamkeit zu erregen. Selbst wenn diese Menschen schon lange im Mittelpunkt stehen, reicht es ihnen oft nicht aus. Für viele ist der Mittelpunkt noch lange nicht mittig genug.

Können Sie Beispiele nennen?

Sehen Sie doch einfach mal auf die Großen der Geschichte. Ob nun Alexander, der Große, Kaiser Wilhelm, der zweite oder Stalin. Alle hatten doch große Probleme mit Frauen und man kann davon ausgehen, dass diese Leute homo- oder transsexuell waren und eventuell noch Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch. Oder sehen Sie sich die Geschichte der Norma Jean Baker an, die später unter dem Namen Marylin Monroe bekannt wurde. Sie war nur auf Äußerlichkeiten bedacht und brauchte berühmte Männer, um ihre Minderwertigkeit zu kaschieren und ganz nach oben zu kommen.

Und da ist es besser, wenn diese Neigungen ausgelebt werden oder dass Opfer von sexuellem Kindesmissbrauch Hilfe annehmen?

An den Beispielen Hape Kerkeling oder Klaus Wowereit können wir doch alle beobachten, wie glücklich ein Mensch sein kann, der offen und ehrlich damit umgeht.

Kann man den sexuellen Kindesmissbrauch irgendwie differenzieren?

Die Auswüchse sind sehr vielfältig. Sexueller Kindesmissbrauch reicht vom "einfachen" häuslichen Missbrauch, der etwa 97% ausmacht und von Tätern aus dem nahen Umfeld des Opfers begangen wird, bis zum Missbrauch in Gruppen, Kindervermietung oder sogar bis zum rituellen Missbrauch. Satanische Zirkel haben ganze Netzwerke aufgebaut, um ihren Neigungen zu frönen. Weltweite Verbindungen über das Internet machen es möglich, dass Filme oder Bilder rund um den Globus wandern können, ohne dass man überhaupt eine genaue Ahnung davon hat, wie viele das wirklich sind. Kinderpornographie ist ein Milliardengeschäft und niemand lässt sich das gern kaputt machen.

Wie kommt denn ein Ehepaar auf die Idee, die eigenen Kinder sexuell zu missbrauchen?

Oft ist Kindesmissbrauch schon seit Generationen in einer Familie vorhanden. Die sexuell missbrauchten Kinder geben das später als Erwachsene an ihre Kinder weiter. Auch Missbrauchszirkel bestehen oft schon seit vielen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten. Missbrauch wird zwar offiziell überall angeprangert, aber die flächendeckende Ausübung spricht doch ganz klar eine andere Sprache. Manche Eltern bekommen obendrein mit, dass mit den Kindern viel Geld verdient werden kann. Ein schnell gedrehtes Video, ein paar Extremfotos oder eine Vermietung können Schulden tilgen oder den Traum vom neuen Auto in greifbare Nähe rücken lassen. In machen Gebieten macht Geld viele Arme gefügig. Es gibt z. B. Regionen in Osteuropa, in denen herrscht mittlerweile großer Kindermangel. Wo sind die wohl alle geblieben?

Sehr selten kommt es also zu einer Strafverfolgung?

Ja, viel zu selten. Nur etwa jeder 1000. Täter wird überhaupt angeklagt, geschweige denn verurteilt. Um dem beizukommen, habe ich ja die "Insel-Methode" entwickelt. (Die Insel-Methode wird an anderer Stelle dieser Homepage ausführlich beschrieben)

Woran liegt es, dass fast immer Täter aus den unten angesiedelten Gesellschaftsschichten verurteilt werden und selten die "großen Tiere"?

Sexueller Kindesmissbrauch hat nichts mit der gesellschaftlichen Stellung der Täter oder Opfer zu tun. Die Bessergestellten haben nur bessere Möglichkeiten sich zu tarnen oder ihr Treiben zu vertuschen. Sexueller Kindesmissbrauch wird von Bau- oder Fabrikarbeitern oder Arbeitslosen nicht häufiger praktiziert als von Ärzten, Rechtsanwälten oder Managern. Auch trauen sich viele an Menschen in diesen Positionen nicht so leicht heran. Wer weiß, welche Verbindungen so ein Mann hat? Vielleicht spielt er ja mit dem Richter Golf oder dem Staatsanwalt Tennis? Selbst die Polizei schreckt manchmal vor einem Titel zurück. Und es ist natürlich viel Geld im Spiel. Welcher Arbeitslose könnte sich schon durch ein Schweigegeld freikaufen?

Sie sind also der Meinung, dass ganz Deutschland durchdrungen ist von sexuellem Kindesmissbrauch?

Ja, dieser Ansicht bin ich. Wir leben in einer Borderline-Gesellschaft. Bei 22 Mio. Opfern kann man schlecht von einer Minderheit reden. Wie viele hochintelligente Mädchen habe ich z. B. in Schulklassen gesehen, deren schulische Leistungen am unteren Limit liegen, die viel besser sein könnten, wenn sie nicht den Kopf voll hätten mit den Zuständen, die bei ihnen zu Haus herrschen, die weiter nichts im Kopf haben, als "wie kann ich mich vor dem nächsten Übergriff schützen" oder die nur Wert auf Äußerlichkeiten legen, weil sie der Ansicht sind, dass ein schöner Körper doch völlig ausreicht, um etwas zu erreichen. Eine Eins in Mathe macht mich gegenüber dem Täter nicht wirklich attraktiver, während ein extravagantes Make Up da wahre Wunder vollbringen kann.

Aber es gibt doch immer wieder öffentliche Veranstaltungen oder Lichtermärsche gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern. Ist daran nicht zu sehen, dass die Bevölkerung dagegen ist?

Solche Veranstaltungen betrachte ich immer mit großer Skepsis. Meistens geht es da um außerhäuslichen Missbrauch. Der böse Herr X aus Y hat wieder zwei Kinder missbraucht. Dagegen muss man doch etwas tun! Mir kommt das manchmal so vor, als wenn der Feuerwehrmann, der zuvor den Brand gelegt hat, beim Löschen hilft. Eine Freundin hat das vor kurzem einmal etwas überspitzt auf den Punkt gebracht. Sie sagte, sie sei der Meinung, Eltern und Nachbarn, die nach solch einem prominenten Fall ihre Kinder nicht mehr aus den Augen lassen, sie auf dem Schulweg begleiten oder einsperren, hätten nur Angst vor AIDS.

Wieso Angst vor AIDS?

Na, ist doch ganz einfach. Sie wollen verhindern, dass ein fremder Mann ihre Kinder anfasst. Gegessen wird doch schließlich zu Hause, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Sie meinen also, die Täter wollen verhindern, dass ihre Opfer fremdgehen?

Ja, so in etwa. Außerdem kann man ja so auch gut nach außen hin seine Mutter- oder Vaterliebe demonstrieren. Wer so auf seine Kinder acht gibt, kann ja nicht böse sein. Leider oft weit gefehlt.

Dann halten Sie wohl auch nichts von Bittgottesdiensten?

Leider gibt es immer wieder Menschen, die sich durch solche Fälle selbst profilieren wollen. Die leeren Kirchen kann man so gut füllen. Ach, wie voller Nächstenliebe ist man dann doch dort. Und der Pfarrer findet so trostreiche Worte. Und alle Schäfchen können demonstrieren, wie schlimm sie doch sexuellen Kindesmissbrauch finden. Manchmal wird mir dabei regelrecht schlecht, wenn ich diese Heucheleien auf Kosten der Opfer sehe.

Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit, diese Straftaten zu verhindern?

Natürlich gibt es die. Es müssen nur alle mitmachen. Niemand darf mehr wegsehen. Mütter sollten diesbezügliche Äußerungen ihrer Kinder nicht einfach abbügeln, sondern vielleicht der Sache einmal auf den Grund gehen. Die meisten Opfer senden Signale aus. Leider werden diese nur sehr selten wahrgenommen. Mutter hat schließlich andere Sorgen oder vielleicht auch Angst, sich mit dem Ehemann oder dem Großvater anzulegen. Der eigene Status, die eigene Bequemlichkeit könnten ja Schaden nehmen.
Auch sollte man die Angst vor Fremden Menschen überwinden, wenn die Tochter, der Sohn eindeutige Signale aussenden. Es gibt immer wieder Fälle, aus denen heraus klar wird, dass es Menschen gibt, die absichtlich in ganz spezielle Berufe gehen. Da gibt es Lehrer oder Erzieher, die nur diese Berufe ergreifen, um schnell und unkompliziert an Kinder heran zu kommen. Das heißt jetzt nicht, dass alle Lehrer oder Erzieher pädophil wären, aber einige Menschen in diesen Berufen sind es nachgewiesenermaßen schon und auch denen kann man beikommen, auch wenn sie noch so selbstsicher auftreten.
Leider sehen viele Vorgesetzte lieber weg. Lehrer oder Priester werden nicht bestraft, sondern einfach versetzt. Es geht ja schließlich um den guten Ruf. Dass die Täter an anderer Stelle einfach weitermachen, stört ja niemanden. Hauptsache unsere Schule bleibt sauber. Dabei habe ich festgestellt, dass eine intensive Überprüfung einer Schule, eines Heimes oder eines Kirchenkreises nur nützen kann. Wenn man dem Thema nicht ausweicht, sondern ganz klar sagen kann "an unserer Schule, in unserem Heim, in unserer Pfarrgemeinde gibt es solche Mitarbeiter nicht. Wir haben das genau überprüft. Jeder noch so kleine Übergriff wird sofort verfolgt und geahndet." Welche Aussage könnte für eine Schule, ein Heim oder für eine Kirchengemeinde besser werben?

Gibt es denn Menschen, an die man sich wenden kann?

Inzwischen gibt es einige Vereine oder Selbsthilfegruppen, die sich der Opfer annehmen. Meiner Meinung nach müsste nur unter diesen Gruppierungen ein größerer Zusammenhalt herrschen. Leider habe ich es erlebt, dass Eifersüchteleien dazu geführt haben, dass eine kooperative Zusammenarbeit nicht zustande kam. Leider gibt es auch in diesen Gruppen Menschen, die eher an ihre eigene Profilierung denken, als an flächendeckendes Helfen. Jeder Verein kann eben nicht überall sein und Gebietsüberschneidungen sollten doch eher zum Vorteil der Opfer genutzt werden, als sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.

Welche Maßnahmen schlagen Sie noch vor, um etwas zu erreichen?

Ich würde es sehr begrüßen, wenn es flächendeckende Datenbanken über Täter, Opfer, Art des Missbrauchs und Tatorte gäbe. Gerade was den außerhäuslichen Missbrauch angeht, wäre man so besser in der Lage Täterprofile, Tatorte und Verbreitungsgebiete abzugleichen. Auch könnte die Ermittlung über die Landes- oder gar Staatsgrenzen hinaus erheblich erleichtert werden. Außerdem würde ich mir wünschen, dass Kompetenzgerangel und Eifersüchteleien endlich ein Ende finden. Denn es geht doch schlussendlich um die Opfer oder?

Warum unterstützen Sie den Verein TransBorderLes e.V. so ausgiebig?

In dem gemeinnützigen Verein TransBorderLes e.V. haben sich ausschließlich Opfer zusammengefunden. Diese Menschen sind durch die Hölle gegangen und stellen nun ihre ganze Erfahrung anderen Opfern zur Verfügung. Sie wollen nicht einfach nur reden, sondern wirklich etwas bewegen, um zu helfen. Sie haben viel privates Geld, viel private Zeit in die Vereinsarbeit investiert und das rechne ich ihnen hoch an.
Wenn jemand diese Leute per Mail kontaktiert oder dort anruft, kann er davon ausgehen, immer jemanden anzutreffen, der weiß wovon die Rede ist. Einige der Mitglieder sind doppelt oder dreifach betroffen, also z. B. lesbische TS, die als Kinder von einem oder mehreren Männern sexuell missbraucht wurden. Natürlich gibt es Leute, die sich daran stören, dass ein Telefonat mit TBL kostenpflichtig ist. Man sollte aber bedenken, dass der Verein nur von privaten Spenden lebt und keines der Mitglieder Großverdiener ist. Öffentliche Auftritte kosten nun einmal Geld. Selbst ich sitze da ab und zu am Telefon und berechne nichts dafür. Es geht also nicht ums Reichwerden, sondern ausschließlich darum eine effektive Arbeit leisten zu können. Jeder Fußballverein verkauft ja auch Eintrittskarten, um sich ein neues Tor oder neue Bälle kaufen zu können.

Haben Sie noch ein Schlusswort für uns?

Macht die Augen und Ohren auf. Schaut nicht weg, nur weil ihr Angst vor Unannehmlichkeiten habt. Wir können diesen Teufelskreis nur durchbrechen, wenn wir alle mitmachen, wenn wir den Tätern unmissverständlich klar machen: "Wir werden eure Straftaten auf Kosten unserer Kinder nicht mehr dulden."
Stellt die Diskriminierung der Trans- und Homosexuellen und den sexuellen Kindesmissbrauch ab und hört auf mit der Unterdrückung der Frauen. Nehmt nicht immer alles so bierernst und hört auf mit Neid und Hass auf andere Menschen. Geht lieber die Täter an, anstatt eure Wut auf Leute zu konzentrieren, die euch im Grunde genommen nichts getan haben. Es zeugt nur von Feigheit, wenn man sich ein Feindbild aufbaut.
Arbeitet eure eigene Vergangenheit auf und Ihr habt große Chancen auf ein zufriedenes und glückliches Leben.
Den Opfern kann ich nur sagen: glaubt Euch selbst und euren Erinnerungen. Dem Umfeld sage ich: schaut nicht weg, hört hin und helft den Opfern.

Herr van Herste! Vielen Dank für das ausführliche Gespräch.

Ich danke Ihnen für ihre ermüdungsfreie Aufmerksamkeit.