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Transidentitätsstörung - Transsexualität

Der Fall "Johanna Winter" machte weltweit Schlagzeilen. Ihre Mutter Anke, die Diplom-Psychologin Birgit Hillar und ich begleiteten diese junge TS über neun Jahre lang und halfen ihr, sich in ihrer Umwelt zu positionieren. Inzwischen ist Johanna auch offiziell ein Mädchen mit ihrem weiblichen Vornamen in ihrem Ausweis.

Mir ist in meiner langjährigen Tätigkeit noch kein TS begegnet, dem nicht schon während seiner Kindheit klar geworden war, dass er anders ist, als die meisten anderen Kinder. Wenn diese angeborene Transsexualität aber schon in der Kindheit bewusst erlebt wird, warum soll man diesen Menschen nicht auch schon in der Kindheit helfen. Es ist nicht förderlich, die Betroffenen erst in die Pubertät des nicht gefühlten Geschlechtes laufen zu lassen, um sie dann hinterher wieder mühsam umzudrehen. Es ist mit vielen Problemen verbunden, den Bartwuchs, die tiefe Stimme oder die breiten Schultern zu kaschieren. Da ist es doch viel einfacher, schon im Vorfeld auf die gewünschten Körpermerkmale hinzuarbeiten.

Und so selten kommt Transsexualität gar nicht vor. Etwa jeder 375. Mensch ist betroffen und möchte ganz normal leben. Ich hoffe, dass wir es eines Tages schaffen werden, diese Leute so zu integrieren, dass sie ein ganz normales Leben in ihrem Wunschkörper führen können, ohne als Monster bezeichnet oder in die Rotlichtecke gestellt zu werden.

Leider gibt es auch heute noch Zeitgenossen, die, um ihre eigenen Probleme zu kaschieren, gern mit Fingern auf andere zeigen, um diese zu erniedrigen, um sich selbst dadurch in ein besseres Licht zu rücken. Viele TS leiden auch heute noch unter Ausgrenzungen oder Beschimpfungen oder Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz. Immer noch werden Betroffene von der Familie verstoßen und sogar geschlagen.

Kann die Betroffene ihre Transsexualität nicht ausleben, können psychische Probleme auftreten, die den Symptomen des Borderline-Syndroms sehr ähnlich sein können. Das reicht vom Selbsthass bis zum Selbstmord. Das alles muss nicht sein!

Ich bin viel in der Welt herum gekommen und habe festgestellt, dass es Länder gibt, in denen TS sogar sehr beliebt sind. In Indien und Pakistan richten Mann-zu-Frau-TS in einigen Regionen Hochzeiten oder Kindstaufen aus. In Thailand gehören sie ganz normal zum Straßenbild. Eine Mexikanerin sagte einmal "es ist doch schön, eine TS zur Tochter zu haben. Sie ist, von ihrem Auftreten her, sehr weiblich und kann mir trotzdem durch ihre Körperkraft die schweren Säcke schleppen".

Aber warum soll sich ein Mensch überhaupt zwischen männlich und weiblich entscheiden müssen? Wäre es nicht am sinnvollsten, wenn es ein drittes Geschlecht gäbe und jeder so leben könnte wie er wollte? Damit wären alle Probleme der Betroffenen gelöst.

Allerdings hätten dann die Ewiggestrigen und Ewigunzufriedenen keine Menschengruppe mehr, auf der sie herumprügeln könnten. Wäre es nicht schön in einem Land zu leben, das dem Mittelalter endlich adieu gesagt hat, und in dem es keine Hexenjagden mehr gibt?

Weitere Informationen bei www.transborderles.de oder geben Sie in Ihrer Internet-Suchmaschine den Begriff "van Herste" ein.